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bücher(p)lausch #13 – Zoran Drvenkar: Sorry

Stefan am 4. Februar 2010 um 15:32

sorryEs ist an der Zeit, dass die Plauscher mal anständig um Verzeihung bitten: Kossi und Stefan haben für die aktuelle Episode wieder einen Thriller ausgewählt. Schuld daran ist Zoran Drvenkar, der mit “Sorry” eine in vielerlei Hinsicht einzigartige Psychostory geschrieben hat. Gänsehaut ist garantiert und Entschuldigen kommt wieder ganz groß in Mode, wie euch die Plauscher in den folgenden 25 Minuten entsprechend beweisen:

[00:00] Leseprobe
[02:45] Intro & Einleitung
[04:40] Zum Inhalt
[10:00] Geheimnisse und Plotkonstruktion
[19:40] Vergangenes & Kommendes: Du bist zu schnell und Sorry – Das Taschenbuch
[22:50] Verabschiedung

 

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Kossis Videorezension findet ihr hier. Außerdem möchten wir euch noch einmal auf das aktuelle Gewinnspiel hinweisen, bei dem ihr die Möglichkeit habt Inge Löhnigs Buch “In weißer Stille”, das wir im zwölften bücher(p)lausch vorgestellt haben zu gewinnen. Viel Spaß und viel Glück!

P.S.: Achja, “Sorry” schon gelesen?

Gewinnspiel: 5x “In weißer Stille” von Inge Löhnig

Stefan am 3. Februar 2010 um 13:18

In Weißer StilleIn unserem aktuellen bücher(p)lausch hat mich Kossi auf die Kommissar Dühnfort Reihe von Inge Löhnig hingewiesen und ehrlich gesagt auch ganz schön angefixt. All jene, denen es ähnlich geht, haben jetzt die Chance eines von fünf Exemplaren von “In weißer Stille” zu gewinnen.

Alles, was ihr dafür tun müsst ist eine Mail an gewinnspiel@buecherplausch.de zu schicken und folgende Frage zu beantworten: Wie heißt der erste Fall von Kommissar Konstantin Dühnfort?

Einsendeschluß ist der 17. Februar 2010. Seid so gut, und schickt auch eure Adressen gleich mit, damit wir beim Verlosen und vor allem beim Versenden rasch vorgehen können.

Viel Spaß beim Mitmachen!

Vielen Dank an Frau Ilgen vom Ullstein Verlag für die Unterstützung!

bücher(p)lausch #12 – Inge Löhnig & Kommissar Dühnfort

Stefan am 29. Januar 2010 um 12:18

ingeDie Plauscher spielen eine weitere Runde “Ich kenn’ etwas, was du nicht kennst”. Diesmal ist Kossi am Zug und stellt ein unschlagbares Paar vor: Die Autorin Inge Löhnig und die Hauptfigur aus ihren beiden Büchern, Kommissar Konstantin Dühnfort. Dühnfort ist nicht nur Mitglied der Münchner Mordkommission, sondern auch begeisterter Twitterer, Hobby-Koch und für eine derart facettenreiche Person auch äußerst fiktiv. Kossi erzählt, welche Fälle der Ermittler in “Der Sünde Sold” und “In weißer Stille” zu lösen hatte und gibt schon einen kleinen Hinweis auf das kommende, dritte Abenteuer, mit der Absicht den Krimifan Stefan auf ein kleines Highlight hinzuweisen.

Freunde von Mord und Totschlag, Regionalkrimidiskussionen und anderen Verbrechen können hier ausgiebig lauschen:

 

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Achtung: Wir verlosen insgesamt fünf Exemplare von “In weißer Stille“. Näheres dazu findet ihr auf unserer bücher(p)lausch Homepage.

Und entschuldigt meine Stimme, mit der ich im Moment leider etwas zu kämpfen habe. Den im Plausch erwähnten Artikel aus DPRs Krimilabor könnt ihr hier finden.

blog.lovelybooks.de

Stefan am 28. Januar 2010 um 10:34

lovelyblog

Das — in dieser Art wohl einzigartige — Bücherportal Lovelybooks zeigt im noch frischen Jahr 2010, dass sie einige hervorragende Ideen für die lesebegeisterte Community parat haben. Der neueste Streich: Eine komplette Umstrukturierung und Überarbeitung ihres Teamblogs, die ihnen hervorragend gelungen ist.

Das Tolle an der ganzen Sache: Anstatt unbekannte Gesichter ihre halbliterarischen Ergüsse aufs digitale Papier bringen zu lassen hat sich unter der Obhut der buchkolumnischen Rädelsführerin Karla die Elite der deutschsprachigen Bücherblogger versammelt, unter anderem die libromane Nina, Lilly Berry und natürlich auch unsere Kossi, die ich euch wohl nicht näher vorstellen brauche.

Die schreibfreudige Autorenschaft ist seit zwei Tagen voll im Einsatz und die ersten Artikel sind bereits im Lovelyblog online. Rezensionen bleiben ganz aus (dafür gibt es ja das Portal selbst), stattdessen bekommen wir die unterschiedlichsten Einblicke in die facettenreiche Welt des Lesens. Das ganze findet ihr unter blog.lovelybooks.de, Kossis ersten Artikel gibt’s hier. Und wer immer noch kein Mitglied bei Lovelybooks ist und sein Bücherregal virtuell zur Schau stellen möchte, der sollte sich schleunigst registrieren!

bücher(p)lausch #11 – Erlebnisbücher

Stefan am 22. Januar 2010 um 20:10

erlebnisbuecherHand aufs Herz: Bücher sind doch immer irgendwie ein Erlebnis, nicht? Und trotzdem wollen Kossi und Stefan euch in dieser bücher(p)lausch Episode Werke vorzustellen, die nicht nur aus Text bestehen, sondern gerade durch optische Gimmicks und Extras ein besonderes Event für’s Auge sind. Viel Spaß!

Folgende Bücher stellen die Plauscher euch heute vor:

[00:00] Intro & Einleitung
[01:38] Joachim Masannek – Wildernacht Kladde 1 (Link zur Leseprobe) Mit einer Erwähnung von Kladde 2, Kladde 3 und dem Roman
[10:25] Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah
[18:50] Kurz erwähnt: Walter Moers – Die Stadt der träumenden Bücher & Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär sowie Sebastian Fitzek – Der Seelenbrecher
[24:00] Ende & Outro

Das ganze gibt’s natürlich hier zu hören:

 

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Das Bild der heutigen Ausgabe ist übrigens aus dem kongenialen Webcomic Sinfest.

Dein Exlibris bei Ex libris

Stefan am 20. Januar 2010 um 22:49

kauz

Exlibris ist nicht nur eine gern gewählte Bezeichnung für Kolumnen oder sonstige, buchbezogene Schriftstücke, sondern auch der Name des so genannten Buchbesitzerzeichens. Und auch wenn die Lateiner eigentlich damit Dinge “aus Büchern” bezeichnen wollten, findet man sie vorwiegend in Büchern. Vorwiegend um eindeutig als Besitzer aufzuscheinen. Exlibris waren in den Zeiten des Buchdrucks vor allem bei Bibliotheken und Privatsammlern ganz groß im Trend. Prominentes Beispiel: Der alte Kauz aus “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug” (siehe Bild).

Thorsten Kneuer, der — ganz unironisch — den Bücherblog “ex libris” betreibt, hat vor kurzem damit begonnen, den mittlerweile dritten Frühling dieser Besitzanspruch kennzeichnenden Motive einzuläuten und präsentiert auf dieser Seite seine ersten Werke. Das Tolle daran: Jeder, der Lust auf seinen eigenen Exlibris hat kann sich mit ihm in Verbindung setzen und mit ihm sein persönliches Motiv entwickeln, das er dann auch irgendwann als Stempel der Hand halten darf. Und selbstredend benutzen darf! Nicht nur für all jene einen Blick wert, die endlich einer Sache ihren eigenen Stempel aufdrücken wollen.

Weitere Informationen gibt’s in der allwissenden Wikipedia und natürlich bei Thorsten selbst!

Special: Der Wüstenplanet – Die Hörbuchreihe

Stefan am 18. Januar 2010 um 14:02

Dune_Header2

Bevor Kossi und ich wieder ins virtuelle Studio verschwinden um die nächsten Podcast-Episoden aufzuzeichnen, gibt’s für alle Hörbuchfreunde ein Special auf unserer Website.

Auf dieser Seite oute ich mich nicht nur als ehemaliger Science Fiction Fanatiker sondern rezensiere auch die Hörbuchfassung der von mir verehrt geschätzten Wüstenplanet-Reihe, die von Lübbe Audio seit 2008 produziert wird und insgesamt sieben Box-Sets umfasst. Vier davon sind bereits erschienen, die fehlenden drei erscheinen 2010 und 2011.

Wie ich heute zu dem Werk stehe, das mit Abstand den größten Einfluß auf mich in meiner Jugend hatte, könnt ihr hier nachlesen.

Im Moment höre ich das dritte Buch, “Die Kinder des Wüstenplaneten“. Das Special wird natürlich aktualisiert, sobald ich mit der siebzehnten und somit letzten CD durch bin.

Schäfers Qualen – Die Rezensionen

Stefan am 13. Januar 2010 um 15:57

Die ersten beiden Gewinner unserer Verlosung zu Georg Haderers Schäfers Qualen haben uns ihre Rezensionen zukommen lassen. Viel Spaß damit!

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Home, Sweet Home

Letztes Wochenende hab ich dann auch endlich mal Muse gefunden mir Schäfers Qualen durchzulesen, das bereits Ende letzten Jahres eingetroffen ist (Dank Bücherplausch-Gewinnspiel, bzw. meines Gewinnens in eben diesem).

Ein Krimi. Grundsätzlich nicht meine liebste Kost, weder im TV noch als Buch, es sei denn es geht mehr Richtung Thriller (CSI und Co.) denn “normaler” Krimi Marke Tatort, aber doch immer wieder trotzdem eine gute Kost. Keine Ahnung, warum ich sowas nicht häufiger verköstige, schmecken tut’s mir nämlich eigentlich :D

Ein Mord passiert. Natürlich. Im Touristen-Lieblings-Skigebiet Österreichs: Kitzbühel. Und dann noch einer. Und so weiter. Natürlich lässt man das nicht einfach so stehen, sondern lässt den Major Schäfer aus Wien anreisen, dessen Aufklärungsquote trotz chaotischer Vorgehensweise sehr gut ist und der auch dort aufgewachsen ist, also verlgeichsweise auf etwas weniger Ortsansässigen-Wiederstand treffen könnte.

Und letztendlich geht es dann genauso viel um die eigentliche Mordserie wie um die Vergangenheit vom Schäfer selbst, der seinen Heimatort damals geradezu fluchtartig verlassen hat. Interessant geschrieben. Sehr sogar. Beide Komponenten. Obwohl ich mir den Täter schon bei knapp der Häfte des Buches rum gedacht hatte, wenn die ersten Puzzelteile zusammenfallen – spannend blieb es trotzdem, herauszufinden wer jetzt alles mit wem verstrickt war und was da vor 30 Jahren so ganz genau passiert ist.

Hilft natürlich, dass der Herr Schäfer ein interessanter Charakter ist. Als alles andere als perfekter Chaot, mit nicht wirklich durchverarbeiteter Vergangenheit, und trotzdem irgendwie immer die richtige Spur mehr per Intuition denn sonstwas findend. Letztendlich ist der Herr Haderer, Autor des Buches, ungefähr im gleichen Alter, ebenfalls gebürtiger Kitzbühler nun wohnhaft in Wien – sofern mich der Klappentext nicht anlügt – und dementsprechend gut darin, seinem Hauptcharakter Glaubwürdigkeit anzuschreiben. Und er scheint schon so einiges ausprobiert zu haben, bevor er hiermit sein Schriftstellerdebüt gegeben hat – wieder dem Klappentext Glauben schenkend – und Leute die in ihrem Leben schon so einiges erlebt haben, eignen sich eh häufig noch besser als Geschichtenerzähler.

Ja, war ein sehr feines Buch. Da kann ruhig ne Serie draus werden. Weitere Fälle des Herrn Schäfers definitiv erwünscht. Und da kommt wohl auch was – laut Klappentext, erneut.

Für mich btw wieder besonders knuffig, der Österreich-Einschlag im Text, mit hin und wieder typischen Worten und Satzbau. Den mag ich, Sympathiepunkte :D

Mathias Nowatzki, cursed blessing

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Schäfers Qualen ist der Debütroman des Autors Georg Haderer. Johannes Schäfer, Major bei der Wiener Kriminalpolizei, wird aus dienstlichen Gründen nach Kitzbühel entsandt. Dort soll er einen Mord an einem Unternehmer aufklären, der an einem Gipfelkreuz aufgehängt wurde. Johannes Schäfer hadert mit sich selbst, denn Kitzbühel ist sein Heimatort und mit dieser Gegend und den dort lebenden Menschen scheint er nicht wirklich abgeschlossen zu haben. Dennoch begibt sich Schäfer auf die Reise. Bereits kurz nach seiner Ankunft gibt es ein zweites Mordopfer und die Serie scheint nicht abzureißen. Schäfer ermittelt hier auf eine sehr eigenmächtige Art und Weise und stößt nicht nur einmal an seine Grenzen. Dennoch ist er überall hoch angesehen und kann schnell auf Leute zu gehen.
Eine interessante Persönlichkeit hat der Autor hier geschaffen, der einen ausgefallenen Humor an den Tag legt. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, die Dialoge präzise. Das Buch enthält für meinen Geschmack ein wenig zu viel Lokalkolorit und die Ideen des Kommissars bei der Aufklärung des Falles kommen mir oft etwas zu plötzlich und werden inhaltlich nicht vollständig aufgeklärt. Alles in allem ein schönes Debüt mit einigen Ecken und Kanten.

Iris Gasper

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Noch ein kleiner Hinweis: Georg Haderer gibt diesen Freitag eine Lesung in St. Johann in Tirol, die vom Literaturverein Lesewelt veranstaltet wird. Das ganze wird musikalisch von Andrea Fränzel an der Bassgeige begleitet, und Georg Haderer liest als Bonus sogar zwei Kapitel aus dem zweiten Schäferroman vor. Ich werde da sein, vielleicht sieht man sich ja!

Best of 2009

Stefan am 7. Januar 2010 um 14:30

Mit etwas Verspätung möchte ich nun auch endlich meinen ganz persönlichen Jahresrückblick für 2009 veröffentlichen. Hoffentlich noch früh genug, um nicht peinlich aufzufallen. Wo kämen wir denn hin, wenn ich das erst Mitte Jänner/Anfang Februrar reinstellen würde? (Nun, in den Fasching, da würde es sogar wieder komisch wirken).

Wie auch immer, 2009 war für mich persönlich ein absolutes Spitzenjahr, weil ich nach einem fachliteraturschwangeren 2008 endlich wieder Zeit für Romane hatte, und einige tolle Autoren kennenlernte und (wieder)entdeckte, deren kommende Neuerscheinungen in diesem Jahr ganz oben auf meiner Abschussliste stehen. Auch gab es eine Menge Highlights und oft schlaflose Nächte, in denen die Seiten nur so durch die Finger flogen und ich jedes Wort und jede Zeile in mich aufsog.

Das ganze macht es natürlich nicht so einfach, unter meinen Favoriten die Besten zu ermitteln, weshalb ich mir für dieses Jahr eine ganz einfache Grenze gesetzt habe: Das Buch muss 2009 erschienen sein. Alles andere wäre unfair. Nicht für die Bücher, sondern — zugegeben — für mich.

Schlussendlich habe ich die Liste noch auf drei Bücher reduziert, und keine großartige Reihenfolge oder Rangordnung erstellt. Hier sind sie:

Daniel Kehlmann – Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten. Genauer: In neun Kurzgeschichten. Prinzipiell könnt ihr euch das Buch als eine Art Pulp Fiction ohne Pulp vorstellen. Die neun Geschichten in Ruhm erzählen von neun sehr unterschiedlichen Personen, die allesamt auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber durch diverse Umstände, Ereignisse oder Personen miteinander verwoben sind. Kehlmann hebt diese aus mehreren Büchern und Filmen bekannte Erzählstruktur allerdings noch auf eine mehr oder weniger intelligente Ebene, in dem er die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, oder besser: zwischen der fiktiven Realität im Buch und der Fiktion innerhalb jener, durchbricht und sie verschmelzen lässt. Klingt jetzt sehr geschwollen, bedeutet aber eigentlich nur, dass im Roman auch mal der eine oder andere Schriftsteller vorkommt, und in einer anderen sogar einmal eine Romanfigur von ihm Protagonist sein darf. Dieses Realitätsthema und der von Kehlmann geschaffene Kosmos, in dem sich das ganze abspielt hinterlässt natürlich viel Spielraum für Interpretationen. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass man hauptsächlich mit der Frage nach der eigenen Existenz konfrontiert wird. Aber keine Angst: Das Buch ist auch ohne dem philosophischen Background total lesenswert, hauptsächlich auch wegen Kehlmanns äußerst angenehmen und subtil humorvollen Schreibstil. Ach, woher hat der nur seine Ideen?
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich nach dem Geniestreich “Die Vermessung der Welt”, einen ähnlich großen Wurf von ihm erwartet habe, er das aber nicht ganz erreicht hat. Warum es dann trotzdem in meiner Best Of 2009 Liste ist? Hauptsächlich, weil ich auch nach über einem halben Jahr immer noch das eine oder andere Detail in dem fein gewobenen Netzwerk der Protagonisten entdecke und ich mich noch immer an jede Einzelheit erinnern kann. So einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen nur wenige Bücher bei mir.
Noch eine kleine Randbemerkung: Das Buch ist relativ dünn und sehr schnell gelesen, wem also das Geld für die gebundene Ausgabe zu Schade ist, sollte doch auf die Taschenbuchvariante warten.

Gerard Donovan – Winter in Maine. Das sollte nun keine Überraschung für euch sein. Über diesen Meilenstein der Erzählkunst haben Kossi und ich schon eine Menge Worte verloren. Wer diese Worte noch nicht gehört hat, sollte sich schleunigst unsere siebte Bücher(p)lausch Episode anhören. Ja, tatsächlich ist “Winter in Maine” eines der Bücher 2009 gewesen, die mich am meisten beschäftigt haben. Eine unglaublich interessante Charakterstudie, in der euch eine Person präsentiert wird, die zwischen herzzerreißend aufopferungsvoll und manisch blutrünstig alles sein kann. Alle, die den Titel bislang versäumt haben sollten noch während der kalten Wintermonate Julius Winsome einen Besuch abstatten. Es gibt nichts besseres, als diesen Roman gemütlich unter einer Wolldecke mit frisch aufgebrühtem Tee zu lesen, während es draußen erbärmlich und ungastlich kalt ist. Noch diesen Monat soll übrigens eine Hörbuchfassung erscheinen.

Zoran Drvenkar – Sorry. Eigentlich würde an dieser Stelle ein anderes Buch stehen. Wenn da nicht an Heiligabend noch eins reingeflattert wäre, dass mir beinah einen Wunsch erfüllte. In einem Gespräch mit Kossi erwähnte ich vor einiger Zeit einmal, dass ich absoluter Fan der Saw-Reihe wäre. Nicht wegen der Brutalität oder den verstreuten Leichenteilen, die jeden Film zieren, sondern wegen der einzigartigen Erzählweise. Diese Filmreihe dreht sich um den Puzzlemörder und seine Todesfallen, und wie der Spitzname des Killers schon vermuten lässt, ist auch der Film wie ein Puzzle aufgebaut, in dem Stein für Stein zusammengelegt werden und erst am Ende ein stimmiges Gesamtbild erscheint. Das spannende dabei ist, dass man lange das Gefühl bekommt, zu wissen wie das Bild aussehen wird, aber erst durch die letzte Szene bzw. den letzten Puzzlestein wird einem gezeigt, was sich eigentlich die ganze Zeit abgespielt hat. Für mich ist dieser Film immer noch einer der besten Thriller aller Zeiten, und lange habe mich mir ein Buch gewünscht, dass mir ein ähnliches Gefühl vermittelt.
Dann kam “Sorry”! Und wie es kam. Zoran Drvenkar erzählt die Geschichte von vier Freunden, die gemeinsam eine Agentur für Entschuldigungen eröffnen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Firmenoberhäupte mit Gewissensbissen können sich auf diese Art und Weise bei ehemaligen Mitarbeitern und diversen Affären entschuldigen, ohne der Person gegenübertreten zu müssen. Ein Geschäft, dass so kurios es auch klingen mag, von dem ersten Tag weg boomt. Bis eines Tages ein Mörder anruft und der Agentur den Auftrag erteilt, sich bei den Opfern zu entschuldigen. Und gleich mal die Leiche wegzuräumen, natürlich. Wenn nicht, geht es den Familien der vier an den Kragen.
Das Tolle bei “Sorry” ist nicht nur die absolut spannende Geschichte und der sorgfältig durchdachte Plot, sondern auch die Erzählweise. Die einzelnen Kapitel werden immer aus der Perspektive der vier Freunde erzählt, oft kommt aber der Mörder ins Spiel, der bewusst mit “Du” angesprochen wird, was eine ziemlich unwohlige Brücke zu Leser schlägt. Bei all den Rästeln im Buch drängen sich natürlich dann auch die Fragen auf, wer denn “Der Mann, der nicht da war” wirklich ist, und wer sich hinter dem geheimnisvollen Ich-Erzähler verbirgt. Spannende Story, absolut spannend geschrieben und endlich ein Thriller, bei dem ich wirklich Gänsehaut und ein ungutes Gefühl in der Magengegend hatte. Am Ende war ich sogar gerührt, und das kommt auch nicht oft vor. Mein absolutes Thriller-Highlight 2009, mein absolutes Buch-Highlight 2009, und vielleicht das spannendste, das mir in den letzten 5 Jahren untergekommen ist. Hut ab!

Ach, und ihr könnt euch schon jetzt sicher sein, dass wir uns “Sorry” mal ausgiebig in einer Bücher(p)lausch-Sendung widmen.

Doch bis dahin, wenn auch verspätet, ein frohes neues Jahr 2010! Bis demnächst!

bücher(p)lausch #10 – Level 26

Stefan am 6. Januar 2010 um 11:45

Level26Im ersten Bücher(p)lausch im neuen Jahr laden Kossi und Stefan Amerikas schlimmsten Serienmörder in die Sendung ein: Sqweegel, der einzige Kriminelle, der von den amerikanischen Behörden auf Gefährlichkeitsebene 26 eingestuft wurde und gleichzeitig der Star aus Anthony E. Zuikers Thriller Level 26: Dark Origins ist. Wie der Killer in der Latexhaut bei den beiden erfahrenen Thriller-Lesern ankommt und ob er sich doch etwas wärmer anziehen sollte, könnt ihr hier hören:

 

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Übrigens freuen wir uns, dass wir mit unserem kleinen Jubiläum auch endlich die Qualitätseinbrüche der Audioaufnahmen in den Griff bekommen haben. Ab jetzt gibt’s glasklaren Sound! Viel Spaß!